
LeonardoGenoni
- Erfolge 2025
- WM Silber
Auf Goalie Leonardo Genoni ist Verlass – zu Recht wurde er bei der Weltmeisterschaft in Schweden zum wertvollsten Spieler des Turniers gewählt.
Vieles spricht dafür, dass er beim EV Zug für immer einen Ehrenplatz haben wird – auch dann, wenn er selbst längst nicht mehr auf dem Eis steht. Leonardo Genoni wurde an der Weltmeisterschaft in Schweden zum wertvollsten Spieler des Turniers gewählt. Der NZZ sagte er damals, «der Sport sei nur eine Phase im Leben» – und man solle in dieser Zeit soziale Kompetenzen entwickeln. Schön gesagt, beinahe philosophisch, wenn man bedenkt, dass die Arbeit eines Goalies in erster Linie darin besteht, scharf geschossene Pucks abzuwehren und das berüchtigte Bubentrickli zu entschärfen.
Beim EV Zug steht Leonardo Genoni nun vor seiner achten Saison. Sein Vertrag läuft bis Ende der Spielzeit 2026/27. Was danach kommt, ist offen – zumindest formal. Sportlich jedoch hat Genoni längst Fakten geschaffen: Kaum ein anderer Spieler steht so sehr für Kontinuität, Verlässlichkeit und Ruhe wie jener Goalie, der auch in Davos prägend war und drei Jahre lang das Tor des SC Bern hütete. In einer Liga, die sich stetig beschleunigt, ist Genoni der Fixpunkt geblieben – einer, der den Unterschied nicht mit spektakulären Paraden macht, sondern mit Konstanz. Oft genügt allein seine Präsenz, um einem Spiel Ordnung zu verleihen.
Dabei war Genoni nie der Lautsprecher. Er führt leise – über Haltung und Leistung, nicht über Worte. Gerade deshalb geniesst er im Team und im Umfeld ein aussergewöhnliches Vertrauen. Für jüngere Spieler ist er Referenzpunkt, für Trainer ein Ruhepol, für den Klub eine Identifikationsfigur.
Ob er seine Karriere in Zug beendet, wird die Zeit zeigen. Sicher ist nur: Der EV Zug wird sich irgendwann mit der Frage auseinandersetzen müssen, wie man einen Spieler ersetzt, der mehr war als nur ein Goalie. Und vielleicht wird dann genau jener Gedanke, den Genoni selbst formuliert hat, besonders tragen: dass der Sport nur eine Phase ist – und dass am Ende nicht Titel oder Verträge bleiben, sondern Wirkung, Vorbild und Haltung.